Das Wort zum Sabbat
Das Blut streichen
In der zehnten Plage kündigte Gott an, alle Erstgeborenen in Ägypten zu töten:
„So spricht der HERR: Um Mitternacht will ich durch Ägyptenland gehen, und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum ersten Sohn der Magd, die hinter ihrer Mühle hockt, und alle Erstgeburt unter dem Vieh“ (2. Mose 11,4-5).
Die Israeliten sollten ein Lamm schlachten und dessen Blut an die Türpfosten und den oberen Türbalken streichen. Dieses Blut war das Zeichen, an dem Gott bzw. der Todesengel die Häuser der Israeliten erkannte und vorüberging – daher der Name Passah („vorübergehen“):
„Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage“ (2. Mose 12,13).
Das Blut markierte die Häuser der Israeliten als geschützt. Der Todesengel sollte diese Häuser nicht betreten. Es war ein Akt des Vertrauens und Gehorsams gegenüber Gottes Anweisung.
In der Bibel ist das Bestreichen der Türpfosten mit dem Blut des Passahlammes ein Bild – ein Symbol für Schutz, Zugehörigkeit und Vertrauen auf Gottes Rettung.
Bekanntlich verweist das damalige Passah auf Christus. Er ist unser Passahlamm, das für uns geschlachtet wurde (1. Korinther 5,7; Johannes 1,29). Das Blut, das die Israeliten an ihre Türpfosten streichen mussten, symbolisiert das vergossene Blut Christi.
Wir verstehen das Blut Christi ebenfalls symbolisch, nicht als etwas, das man physisch anwendet, sondern als eine geistliche Realität, die man im Glauben ergreift.
Bildlich gesprochen bedeutet „das Blut Christi an die Türpfosten unseres Hauses zu streichen“, dass wir unser Leben unter den Schutz des stellvertretenden Todes Jesu stellen – so wie die Israeliten während des Passahfestes symbolisch unter den Schutz des Lammes kamen.
Es geht nicht um ein äußeres Ritual, sondern um eine innere Ausrichtung:
- Vertrauen – nicht auf eigene Leistung bauen, sondern auf das, was Christus getan hat.
- Aneignung – Jesu Tod und Auferstehung persönlich annehmen.
- Ausrichtung – das eigene Leben unter Gottes Gnade und Herrschaft stellen.
Gott sieht das Blut – nicht unsere Leistung – und lässt das Gericht vorübergehen. Christus ist das wahre Passahlamm, dessen Blut uns schützt.
Das „Blut Christi“ steht im Neuen Testament für:
- Vergebung (Hebräer 9,22; 1. Johannes 1,7-9)
- Erlösung (Hebräer 9,12; Offenbarung 1,5)
- Reinigung (Hebräer 9,14)
- einen neuen Bund (Markus 14,24; 1. Korinther 11,25)
- Zugang zum Thron der Gnade (Hebräer 4,16; Hebräer 10,19-22)
Wenn wir diese Wahrheiten bewusst in unserem Leben verankern, „bestreichen“ wir bildlich gesprochen unsere Türpfosten mit dem, was Christus für uns getan hat.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten Sabbat und eine erfolgreiche Passahvorbereitung.
Wim Dekker