Das Wort zum Sabbat
Ein Licht sein – wie ein Leuchtturm
Ein Licht zu sein bedeutet nicht, selbst im Mittelpunkt zu stehen, sondern Orientierung zu geben. Ein Leuchtturm existiert nicht für sich selbst. Er steht oft einsam, Wind und Wetter ausgesetzt, und doch erfüllt er eine klare Aufgabe: Er weist den Weg, warnt vor Gefahren und gibt Hoffnung in der Dunkelheit. Genau so ist es mit einem Menschen, der ein Licht ist.
Ein Leuchtturm bewegt sich nicht. Er jagt den Schiffen nicht hinterher, er zwingt niemanden, seinem Licht zu folgen. Er leuchtet einfach – zuverlässig, beständig und treu. Sein Licht ist besonders dann sichtbar, wenn die Nacht dunkel ist und der Sturm tobt. Ebenso wird das Licht eines Menschen oft gerade in schwierigen Zeiten sichtbar: durch Freundlichkeit, Geduld, Wahrheit und Liebe, wenn Angst, Orientierungslosigkeit oder Härte vorherrschen.
Jesus sagt: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein“ (Matthäus 5,14).
Ein Licht zu sein heißt, sichtbar zu leben – nicht perfekt, sondern ehrlich. Ein Leuchtturm verhindert nicht den Sturm, aber er hilft Schiffen, sicher durch ihn hindurchzufahren. Auch wir können die Probleme anderer nicht immer lösen, aber wir können ihnen Halt geben, indem wir da sind, zuhören, Hoffnung ausstrahlen und an Gottes Nähe erinnern.
Wenn wir einem Menschen in unserem Umfeld, der eine schwierige Zeit durchmacht - vielleicht eine Krankheit, Überforderung oder Zweifel - mit Aufmerksamkeit, Gebet und Ermutigung begegnen, zeigen wir ihn wie ein Leuchtturm: Du bist nicht allein. Es gibt einen sicheren Ort.
Das Licht, das wir weitergeben, kommt nicht aus uns selbst. Ein Leuchtturm erzeugt sein Licht nicht aus eigener Kraft, sondern wird gespeist. Genauso sind wir darauf angewiesen, uns immer wieder von Gott erfüllen zu lassen. Die Bibel sagt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ (Psalm 119,105).
Wenn wir selbst im Licht Gottes leben, verändert das auch uns. Licht vertreibt Angst, schenkt Klarheit und richtet unseren Blick neu aus. Es bewahrt uns davor, selbst in der Dunkelheit verloren zu gehen. Und es wirkt ansteckend: Menschen, die Licht erfahren, werden oft selbst zu Lichtträgern.
Paulus schreibt: „… damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt“ (Philipper 2,15).
Ein Licht zu sein kostet manchmal Kraft. Leuchttürme stehen oft an rauen Orten. Doch ihr Dasein rettet Leben. So kann auch unser gelebter Glaube – still, treu und liebevoll – mehr bewirken, als wir sehen.
Oder wie Jesus es zusammenfasst: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Matthäus 5,16).
Ein Licht zu sein heißt letztlich: auf Gott hinzuweisen. Nicht wir sind der Hafen – aber wir zeigen, wo er ist.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten Sabbat.
Wim Dekker