Das Wort zum Sabbat
Christus – der wahre Balsam
In Jeremia 8, Vers 22, klagt Jeremia und macht die folgende Aussage: „Ist denn kein Balsam in Gilead oder kein Arzt dort? Ja, warum ist die Genesung der Tochter meines Volkes ausgeblieben?“ (ELB).
Diese Aussage ist kein medizinischer, sondern ein geistlicher. Er kommt aus dem Herzen Gottes selbst, der das Leiden seines Volkes sieht und fragt, warum Heilung ausbleibt, obwohl sie doch möglich wäre.
Warum wird Gilead in diesem Vers überhaupt erwähnt? Gilead war in biblischer Zeit berühmt für seinen Balsam, ein kostbares Harz mit heilender Wirkung. Er wurde aus Pflanzen der Region gewonnen und war weit über Israels Grenzen hinaus bekannt. Gilead war also ein Ort der Heilung und ein Symbol für Linderung, Pflege und Hoffnung.
Wenn Jeremia fragt: „Ist denn kein Balsam in Gilead oder kein Arzt dort?“, dann meint er: Warum bleibt das Volk innerlich krank, obwohl Gott Heilung bereithält?
Das Problem lag nicht am fehlenden Balsam, sondern daran, dass das Volk ihn nicht annahm.
Jeremia spricht nicht über äußere Wunden, sondern über: Schuld, Abkehr von Gott, zerbrochene Herzen, und geistliche Taubheit. Darum sagt er weiter: „Warum ist denn die Tochter meines Volkes nicht geheilt?“ (Vers 22).
Die Tragik ist: Heilung war da – aber sie wurde nicht gesucht.Als Nachfolger Jesu erkennen wir: der wahre Balsam ist Christus selbst.
Jesus nimmt diese Linie auf, wenn er sagt: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“ (Markus 2,17; Schlachter 2000).
Und er erklärt seine Sendung so: „Der Geist des Herrn ist auf mir … er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind“ (Lukas 4,18; Schlachter 2000).
Was der Balsam in Gilead äußerlich tat, das tut Christus vollkommen: er vergibt Schuld, er heilt zerbrochene Herzen, und er trägt unsere Schmerzen: „Durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jesaja 53,5; Schlachter 2000).
Woher bekommen wir heute diesen Balsam?
Der Balsam ist uns näher als Gilead je war:
- Im Annahme des Opfers von Christus
„Das Blut Jesu … reinigt uns von jeder Sünde“ (1. Johannes 1,7; ELB). -
Im Wort Gottes
„Er sandte sein Wort und heilte sie“ (Psalm 107,20; ELB). -
Im Gebet
„Ruft mich an in der Not, so will ich dich erretten“ (Psalm 50,15; LU84). -
In der Gemeinschaft der Gläubigen
„Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet“ (Jakobus 5,16; ELB).
Wenn wir heute fragen: „Gibt es keinen Balsam?“, dann antwortet das Evangelium leise, aber gewiss:
Doch.
Er ist da.
Er hat einen Namen.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesegneten Sabbat.
Wim Dekker