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Studien

Der "Auszugsabend"

Die Bezeichnung "Auszugsabend" ist für jemanden, der nicht zur Kirche Gottes gehört, wahrscheinlich schwer einzuordnen. Dieser Abend, auch "die Nacht des Wachens" genannt, ist jedes Jahr der Auftakt zum Fest der Ungesäuerten Brote. In diesem Jahr begehen wir den Auszugsabend am 15. April (Freitag) nach Sonnenuntergang.

Das zweite Buch Mose, Kapitel 12, Vers 42 berichtet: "Eine Nacht des Wachens war dies für den HERRN, damit er sie aus dem Land Ägypten herausführen konnte; das ist diese dem HERRN geweihte Nacht, ein Wachen für alle Söhne Israel in all ihren Generationen" (Elberfelder Bibel).

Dies muss eine Zeit gewesen sein, wo jeder jede Nuance der dramatischen Einzelheiten, die sich um sie herum entwickelten, mitverfolgte.

Traditionellerweise versammeln wir uns bei jemandem zu Hause oder als Gruppe in einem Restaurant, um eine schöne Mahlzeit und unsere christliche Gemeinschaft zu genießen, mit Blick auf die Symbolik dieses Abends.

Die feierliche Wache, an die dieser Abend erinnert, fand zu Beginn des Auszugs aus Ägypten statt. Es muss eine Nacht großer Sorgen und Unruhe gewesen sein. Nachdem sie über Generationen hinweg in dem fruchtbaren Nildelta gelebt hatten, waren die Israeliten bereit, ihr Leben fortzusetzen und zum versprochenen Land ihrer Väter zu ziehen.

Aufmerksam und wachsam zu sein sind sicherlich wichtige Eigenschaften, die Christen haben sollten, wenn sie in einem fremden Land wohnen oder in einem Zeitalter, das Paulus diese "gegenwärtige, böse Welt" nannte (Galater 1,4). Das Konzept der Wache wird auch in 2. Mose 12, Verse 37-42 erwähnt:

"Also zogen die Israeliten aus von Ramses nach Sukkot, sechshunderttausend Mann zu Fuß ohne die Frauen und Kinder. Und es zog auch mit ihnen viel fremdes Volk, dazu Schafe und Rinder, sehr viel Vieh. Und sie backten aus dem rohen Teig, den sie aus Ägypten mitbrachten, ungesäuerte Brote; denn er war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten weggetrieben wurden und sich nicht länger aufhalten konnten und keine Wegzehrung zubereitet hatten. Die Zeit aber, die die Israeliten in Ägypten gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre. Als diese um waren, an eben diesem Tage zog das ganze Heer des HERRN aus Ägyptenland. Eine Nacht des Wachens war dies für den HERRN, um sie aus Ägyptenland zu führen; darum sollen die Israeliten diese Nacht dem HERRN zu Ehren wachen, sie und ihre Nachkommen."

Wenn wir uns mit unseren Freunden zu Beginn dieses Festtags versammeln, auf welche Lektionen konzentrieren wir uns dann? Wir leben in einer Welt, die voller Übel ist, und der Weg der Wahrheit und Gerechtigkeit ist vom Sinn der meisten sehr weit entfernt. Wollte Christus, dass die ängstlichen Israeliten auf Gott zur Errettung schauten und dass sie auch lernten, wachsam in dieser feindlichen Umgebung zu sein? Petrus erwähnte in 1. Petrus 5, Vers 8: "Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge."

Vor seiner Gefangennahme und Verurteilung, die zu seiner Kreuzigung führten, begab sich Christus an einen abgeschiedenen Ort, um zu beten.

Matthäus 26, Verse 36-46 berichtet davon. Dreimal bat er Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus: "Wacht mit mir!" Jedes Mal, wenn er wieder nach ihnen schaute, waren sie wieder eingeschlafen. In Vers 41 ermahnte Christus sie: "Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach." Als die Stunde des Verrats kam, schliefen die Jünger immer noch. Während dieser schlimmsten Zeit konnten sie wenig Beistand bieten.

Was bedeutet das Wort wachet, das Jesus in seiner Aufforderung an seine Apostel benutzte? "Vines Expository Dictionary of New Testament Words" sagt, dass es vom griechischen Wort "gregoreo" stammt und im Sinne des Wachbleibens und der geistlichen Wachsamkeit gebraucht wird. Einige gute Referenzen stehen in Apostelgeschichte 20, Vers 31; 1. Korinther 16, Vers 13; Kolosser 4, Vers 2 und 1. Thessalonicher 5, Vers 6.

Der Zusammenhang des Wortes wachen bezieht sich auf den geistlichen Zustand der Wachsamkeit. Christi Anweisung soll uns davor schützen, nichtsahnende Werkzeuge Satans zu werden und in Versuchung zu fallen oder in Ablenkungen verstrickt zu werden. Wir sollen geistlich wachsam sein. Dies erfordert, dass wir unsere Prioritäten über Ablenkungen und Verlockungen stellen.

In Markus 14, Vers 37 sagt Christus zu Petrus: "Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht, eine Stunde zu wachen?" Es ist schwierig, sich auf unsere Berufung zu konzentrieren und gegenüber den Versuchungen und der fleischlichen Natur wachsam zu bleiben. Wenn jemand meint, die christliche Berufung sei leicht, dann begreift er die Herausforderung nicht. Es wurde einmal gesagt, dass das Christentum nicht schwierig zu finden sei, allerdings wurde es für schwierig befunden und deshalb gar nicht erst versucht.

Paulus erinnert uns alle daran, dass wir fortfahren müssen, ernsthaft zu beten und mit Dankbarkeit wachsam zu bleiben (Kolosser 4,2). Wir leben in einer faszinierenden und beängstigenden Welt, in der es leicht ist, abgelenkt zu sein und geistlich einzuschlafen. Vielleicht hat Gott es in seiner Weisheit deshalb so bestimmt, dass der Zyklus der Festtage mit der Gemeinschaft unter Gläubigen anfängt, die die Wichtigkeit erkennen, wachsam gegenüber einem mächtigen gefallenen Erzengel zu bleiben, der uns daran hindern will, ein Teil der Gottfamilie zu werden.

Lassen Sie uns in diesem Jahr zur Nacht des Wachens die Lektion des Wachens lernen. Es ist immer inspirierend, sich den vollen Mond anzuschauen und sich daran zu erinnern, dass Gottes Weg eine Leuchte unter unseren Füßen sein wird und uns den Weg weisen wird, zu dem er uns berufen hat! Genießen Sie es! Seien Sie aber auf der Hut, denn die Zeit, in der wir leben, ist böse und unsere Errettung in eine neue Welt hängt von unserer Nachfolge Gottes des Vaters und Jesus Christi, unseres Erlösers, ab.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen freudigen und gesegneten Auszugsabend.

Paul Kieffer

Gedanken für den Tag – 09.02.2022

Wenn die Gesundheit zum Götzen wird

Anfang des Jahres erlebten wir ein interessantes Telefonat mit einem Leser unserer Zeitschrift "Gute Nachrichten".

Er rief an und meinte, er hätte eine wichtige Botschaft für uns, denn er würde als Prophet im Auftrag Gottes handeln. Und was war die Botschaft?

Unsere Mitglieder und Mitarbeiter sollten sich auf keinen Fall gegen Covid-19 impfen lassen, Widerstand sei von Gott angesagt.

Der Leser meinte, niemand in Deutschland wüsste mehr als er über die Corona-Pandemie und die verschiedenen Impfstoffe, die zurzeit verwendet werden. Er hätte in den letzten anderthalb Jahren mehr als eintausend Stunden beim Recherchieren im Internet aufgewendet, um bestens über die Lage mit Corona und den Impfstoffen informiert zu sein.

Als dem Leser mitgeteilt wurde, dass viele unserer Mitglieder bereits geimpft sind, war das Gespräch bald zu Ende, denn anscheinend hatte Gott seinen Propheten in unserem Fall zu spät zum Telefon greifen lassen.

Mehr als eintausend Stunden in ca. 18 Monaten ergibt einen täglichen Durchschnitt von etwa zwei Stunden. Obwohl es sicherlich nicht verkehrt ist, sich hinsichtlich gesundheitlicher Belange zu informieren, zeugt eine tägliche ca. zweistündliche Recherche im Internet, die anderthalb Jahre lang gemacht wird, nicht von Ausgeglichenheit.

Einen Großteil dieser Zeit hätte man nutzbringender in das persönliche Bibelstudium und die Pflege der persönlichen Beziehung zu Gott investieren können. Vielleicht hätte der Leser dann erkannt, dass er kein Prophet Gottes ist.

Obwohl es bei diesem Telefonat um die Corona-Pandemie ging, dient der Anruf als Beispiel im Allgemeinen: Eine zu starke Beschäftigung mit gesundheitlichen Themen kann zum Götzen werden. Und eine zu starke Beschäftigung mit irgendeinem Thema in der Weise, wie der Leser es für sich geschildert hat, kann zum Götzen werden.

Auf die Gesundheit achten, ja, aber: "Richtet euren Sinn auf das, was oben ist, nicht auf das Irdische!" (Kolosser 3,2; Einheitsübersetzung).

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 18.01.2022

Wovon ist unsere Beziehung zu Gott abhängig?

handy-im-gottesdienst Eine Frau ging zum Prediger und sagte: "Ich komme nicht mehr zum Gottes­dienst." Der Prediger erwiderte: "Darf ich nach dem Grund fragen?"

Ihre Antwort war: "Im Gottesdienst sehe ich manche auf ihre Handys starren, manche tratschen, manche leben einfach nicht richtig und kommen trotzdem hierher, sie sind alle nur Heuchler und ich nehme daran Anstoß. Das wirst du sicherlich verstehen!"

Der Pastor blieb still und sagte dann: "Ja, gut. Aber darf ich dich bitten, etwas für mich zu tun, bevor du deine endgültige Entscheidung triffst?" Sie willigte ein und fragte danach.

"Nimm ein volles Glas Wasser und geh damit nach draußen, dann geh zwei Mal um unser Versammlungsgebäude und den Parkplatz. Trage dafür Sorge, dass kein einziger Tropfen aus dem Glas fällt."

Sie sagte: "Ja, das kann ich tun." Sie kam zurück und kündigte an: "Es ist vollbracht, ich habe die zwei Runden geschafft, ohne dass ich einen Tropfen Wasser verlor."

Er hatte aber noch drei Fragen für sie: "Hast du jemanden gesehen, der mit seinem Handy hantierte? Hast du jemanden beim Tratschen gesehen? Hat jemand dort, der deiner Meinung nach falsch lebt?"

Sie antwortete: "Wie soll ich das alles gesehen haben? Ich habe nichts gesehen, weil ich so sehr auf dieses Glas konzentriert war, damit ich bloß kein Wasser verliere!"

Der Prediger meinte dann: "Wenn du zum Gottesdienst kommst, solltest du dich genau so auf Gott konzentrieren, damit du nicht abgelenkt wirst. Jesus fordert uns auf: Folge mir nach! Er hat nicht gesagt, folgt den anderen Gottesdienstbesuchern nach! Lass nicht zu, dass deine Beziehung zu Gott davon bestimmt wird, wie andere mit Gott umgehen. Lass sie davon bestimmen, wie sehr DU dich auf Gott konzentrierst!"

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 22.12.2021

Polarisierung

In den Medien wird aufgrund der aktuellen Lage mit der Corona-Pandemie über eine Polarisierung der Gesellschaft berichtet, sowohl in Deutschland als auch in den USA. Die Menschen werden hinsichtlich ihres Impfstatus in zwei Gruppen eingeteilt: Die Geimpften und die Nichtgeimpften. Es wird von Vorwürfen, Beschuldigungen und Protesten berichtet und die Polarisierung geht von beiden "Gruppen" aus.

Dass die Pandemie zu Zwietracht in der Gesellschaft geführt hat, sollte nicht überraschen, denn der unerkannte wahre "Gott dieser Welt" (2. Korinther 4,4), Satan der Teufel, sät Zwietracht als eine seiner Hauptmethoden bei seinem Versuch, den Plan Gottes zu vereiteln. Ob es Sport, Politik, Religion oder sonst was ist, Satans Einfluss führt oft dazu, dass die Menschen zerstritten sind.

Und Satan beeinflusst auch die Obrigkeit, die er ebenfalls dazu nutzt, die Menschen zu entzweien, ob es ein Land bzw. Volk gegen ein anderes ist oder sogar die eigenen Bürger gegeneinander. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation erkennt man die Wichtigkeit der Ermahnung des Apostels Paulus:

"So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland" (1. Timotheus 2,1-3).

Dass wir für die Obrigkeit beten sollen, umfasst auch die Vorgehensweise der Obrigkeit in Krisensituationen, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können. Die japanische Regierung liefert hierfür ein gutes Beispiel in Bezug auf die Corona-Pandemie. Auf der Website des japanischen Gesundheitsministeriums liest man hierzu:

"Obwohl wir alle Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, ist die Impfung nicht obligatorisch oder vorgeschrieben. Die Impfung wird nur dann durchgeführt, wenn die zu impfende Person nach der Aufklärung ihr Einverständnis gegeben hat. Bitte lassen Sie sich aus eigener Entscheidung impfen, wobei Sie sich sowohl über die Wirksamkeit bei der Verhütung von Infektionskrankheiten als auch über das Risiko von Nebenwirkungen im Klaren sein sollten. Ohne Einverständnis wird keine Impfung durchgeführt. Bitte zwingen Sie niemanden an Ihrem Arbeitsplatz oder in Ihrem Umfeld, sich impfen zu lassen, und diskriminieren Sie niemanden, der nicht geimpft ist."

(Quelle in englischer Sprache: https://www.mhlw.go.jp/stf/covid-19/vaccine.html)

Aufgrund der momentanen Polarisierung der Gesellschaft könnte man dem Schluss dieser bedachten Stellungnahme des japanischen Gesundheitsministeriums noch hinzufügen: "und diskriminieren Sie niemanden, der nicht geimpft oder geimpft ist."

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 07.12.2021

Auch wir dürfen Gott nicht versuchen

Nachdem Jesus 40 Tage und Nächte gefastet hatte, versuchte ihn der Teufel. Wir finden die Erzählung im Matthäusevangelium, Kapitel 4. Matthäus beschreibt die zweite von insgesamt drei Versuchungen wie folgt:

"Darauf führte der Teufel ihn in die Heilige Stadt, stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempels und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring doch hinunter; denn in der Heiligen Schrift steht: Deinetwegen wird Gott seine Engel schicken und sie werden dich auf Händen tragen, damit du dich an keinem Stein stößt. Jesus antwortete: In der Heiligen Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen" (Matthäus 4,5-7; Gute Nachricht Bibel).

Das, was Jesus bei der Versuchung sagte, birgt auch eine wichtige Lektion bzw. Ermahnung für uns. Wenn wir uns bewusst einer gesundheitlichen Gefahr aussetzen und dabei meinen, Gott wird uns vor den möglichen negativen Folgen schützen, weil er uns Schutz verheißt, versuchen auch wir Gott. Und Jesu Reaktion auf diese Versuchung zeigt uns, dass wir das nicht tun sollen.

Satan zitierte Psalm 91, Verse 11-12, und Jesus zeigte, dass die Verheißung Gottes uns nicht von der Verantwortung befreit, unseren Teil zu tun, wenn es um unsere Gesundheit geht. In Klartext: Wir dürfen uns nicht bewusst vermeidbaren Gefahren aussetzen und uns auf Gottes Verheißung(en) berufen.

Der Kontext der zitierten Verse beginnt in Versen 9-10: "Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen."

Satan hätte auch diese Verse zitieren und Jesus auffordern können, eine Kolonie von Lepra-Kranken in der Nähe Jerusalems aufzusuchen. Oder sich dem "Strick des Jägers" (Vers 3) oder "den Pfeilen, die des Tages fliegen", auszusetzen. Hätte Satan das getan, wäre Jesu Antwort dieselbe gewesen: Wir sollen Gott nicht versuchen.

Gottes Verheißungen entbinden uns nicht von der Eigenverantwortung in Bezug auf die Pflege unserer Gesundheit.

Vor 50 Jahren erzählte mir ein Mitglied der Weltweiten Kirche Gottes von seinem ersten Laubhüttenfest. Er war damals beim amerikanischen Militär und bemühte sich um eine Entlassung vom Militär aus Gewissensgründen. Er hatte auch Urlaub für das Fest beantragt und sein Gesuch wurde erst am späten Nachmittag des Tages genehmigt, an dem abends die Eröffnungsversammlung stattfinden sollte. Er freute sich riesig, hatte aber das Problem, dass er zum Festort fahren musste, den er bei Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht rechtzeitig erreichen würde. Er war teilweise auf Bundesstraßen unterwegs, wo das Tempolimit bei Kurven die geschätzte maximale sichere Geschwindigkeit war. Er meinte aber, Gott würde schon verstehen, wenn er das angezeigte Tempolimit um 20-30 Prozent überschreitet, denn Gott verspricht, dass er uns beschützt.

Nun ist ihm nichts passiert und er erreichte die Eröffnungsversammlung gerade noch rechtzeitig. Hätte er jedoch einen Unfall mit seiner Fahrweise gebaut, hätte er seine Gesundheit und möglicherweise auch die anderer Autofahrer gefährdet. Er hätte unnötigerweise die Dienste von Ärzten und anderem medizinischen Personal gebraucht und damit verhindert oder verzögert, dass andere Menschen, die nicht durch Leichtsinn medizinische Hilfe brauchten, diese bekamen.

Er fragte sich im Nachhinein allen Ernstes: "Hat mein Schutzengel die Geschwindigkeitsbegrenzung auch überschritten oder habe ich ihn abgehängt?" Und er nahm sich vor, seine waghalsige Fahrweise bei der Fahrt zu seinem ersten Laubhüttenfest mit der Rechtfertigung, Gott wird mich schon beschützen, nicht zu wiederholen.

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 23.11.2021

Womit beginnen Sie Ihren Tag?

Woran denken Sie als Erstes beim Erwachen? Greifen Sie gleich nach Ihrem Handy, um zu sehen, was in der Nacht passiert ist bzw. ob Sie neue Nachrichten erhalten haben?

Vor Jahren nahm ich mir vor, als Erstes Gott für den neuen Tag zu danken und ihn um seinen Beistand zu bitten, damit der Tag in seinem Sinn zum Erfolg wird. Seither praktiziere ich das, fast jeden Tag. Und ich stelle fest, dass der Tag besser verläuft, wenn ich als Erstes an unseren Schöpfer denke.

"Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes", ermahnt uns Jesus (Matthäus 6,33). Und welch bessere Tageszeit, um täglich damit zu beginnen, als beim Erwachen?

"Lass mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich" (Psalm 143,8).

"HERR, frühe wollest du meine Stimme hören, frühe will ich mich zu dir wenden und aufmerken" (Psalm 5,4).

Jeden Tag, den wir erleben dürfen, ist ein Tag, den Gott uns schenkt: "Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein" (Psalm 118,24).

den Weg nach vorne

Woran werden Sie morgen als Erstes denken?

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 16.11.2021

Der Blick zurück

Vor vier Jahren war ich anlässlich der "Great American Eclipse" ["der großen amerikanischen Sonnenfinsternis"] nach langer Zeit — ca. 40 Jahren — wieder in meiner Heimatstadt St. Louis im Bundesstaat Missouri zu Besuch. Von der Pazifikküste bis zum Atlantik war die Sonnenfinsternis in einer Schneise zu sehen, bei der unweit von St. Louis die totale Sonnenfinsternis zu erleben war.

Ich nutze die Gelegenheit, um das Haus zu besuchen, in dem ich als Kind gelebt hatte und das ich seit unserem Wegzug als Familie nicht mehr gesehen hatte. Ich ging an die Haustür, klingelte, stellte mich als ehemaliger Bewohner des Hauses vor und fragte, ob ich das Innere des Hauses kurz sehen durfte. Ich muss ehrlich ausgesehen haben, denn nach kurzem Zögern erlaubte mir das Ehepaar, dem das Haus jetzt gehört, den Zutritt. Es war ein echtes Nostalgie-Erlebnis. :-) Einiges in dem Haus war renoviert worden und die Besitzer hatten auch Fragen zum Haus an mich, die ich beantworten konnte.

Wissen Sie, was mir bei diesem kurzen Besuch auffiel? Wie klein das Haus war, wie klein die Zimmer, wie klein der Garten (ca. 175 qm) hinter dem Haus. Als Kind kam mir alles so groß vor, besonders bei "Hindernissen" — die Kante, bei der man nach oben reichen musste, die Stufen in den Keller, die höher als üblich waren, der "große" Garten, als mein Vater mir sagte, ich sollte Unkraut mit einer Gabel jäten, der hohe Zaun, der den Vorder- vom Hintergarten trennte und über den man kaum klettern konnte (als müsste man bei der Größe des Gartens eine Unterteilung überhaupt brauchen).

Im Rückblick staunte ich ein wenig, dass ich diese Dinge einst als schwierig empfunden habe, aber als Erwachsener hat man eine ganz andere Perspektive.

Und der Sinn der Erzählung, fragen Sie sich vielleicht?

So wird es auch sein, wenn wir, nachdem wir in das Reich Gottes eingegangen sind, auf dieses Leben zurückblicken. Manches, was wir jetzt erleben und uns als schwierig vorkommt, wird dann wie nichts erscheinen. Und wir erleben Prüfungen, die uns belasten, das wissen wir, wie die Corona-Pandemie, die wahrscheinlich in den nächsten Wochen wieder Auswirkungen auf unsere Versammlungen haben wird.

Paulus schrieb: "Ich bin ganz sicher, dass alles, was wir in dieser Welt erleiden, nichts ist verglichen mit der Herrlichkeit, die Gott uns einmal schenken wird" (Römer 8,18; "Hoffnung für alle"-Übersetzung).

Freuen wir uns auf den Rückblick, den wir dann erleben werden.

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 26.10.2021

Eine Prüfung, die unsere Kraft übersteigt?

Meinen wir manchmal, eine Prüfung zu erleben, die unsere Kraft übersteigt?

"Gott hat nur an den Menschen Gefallen, die ihm fest vertrauen. Ohne Glauben ist das unmöglich. Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen" (Hebräer 11,6; "Hoffnung für alle"-Übersetzung).

"Vergesst nicht, dass die Prüfungen, die ihr erlebt, die gleichen sind, vor denen alle Menschen stehen. Doch Gott ist treu. Er wird die Prüfung nicht so stark werden lassen, dass ihr nicht mehr widerstehen könnt. Wenn ihr auf die Probe gestellt werdet, wird er euch eine Möglichkeit zeigen, trotzdem standzuhalten" (1. Korinther 10,13; "Neues Leben"-Übersetzung).

Gott hat schon bewiesen, dass er das kann.

den Weg nach vorne

Paul Kieffer



Gedanken für den Tag – 11.08.2020

Unsere Hoffnung auf das Reich Gottes

In Samarien predigte Philippus den dortigen Menschen vom Reich Gottes: "Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen" (Apostelgeschichte 8,12). Daran erkennen wir, dass der Glaube an das Reich Gottes eine Voraussetzung für die Taufe ist.

Wer getauft wird bzw. wurde, sollte wie die Menschen in Samarien Glauben und Hoffnung in die Verheißung des Reiches Gottes haben. Das Reich Gottes ist das ewige Königreich, das Jesus Christus bei seiner Rückkehr auf Erden aufrichten wird. Es wird alle anderen irdischen Regierungen ablösen (Daniel 2,44) und ewig andauern. Die Heiligen – die treuen Diener Gottes, zu denen wir gerechnet werden wollen – werden für immer in diesem Reich regieren (Daniel 7,18). Alle Opfer, die wir auf uns nehmen, werden im Vergleich zu der Größe und Herrlichkeit der Belohnung, die Gott für uns bereithält, verblassen (Römer 8,18).

Bei der Wiederkehr Jesu Christi werden wir das Reich Gottes durch die Auferstehung zum ewigen Leben ererben (1. Korinther 15,50-52). Unsere Zuversicht in dieses kommende Reich ist allein schon ein Ausdruck unseres Glaubens an Gott und seine Verheißungen.

Wir sehen das Reich Gottes zwar nicht, glauben aber an dessen zukünftige Wirklichkeit, weil Gott sagt, dass es Wirklichkeit werden wird. Um diese herrliche Zukunft zu ererben, müssen wir im Glauben leben.

Ein Leben des Glaubens wird zur Folge haben, dass wir unangenehme Situationen erleben. Wir können uns in Umständen wiederfinden, welche unsere gewohnte Lebensführung nicht mehr zulassen. Sogar unsere persönliche Sicherheit kann gefährdet werden. In solchen Zeiten müssen wir unseren Blick auf das Reich Gottes gerichtet halten. Denn "der Glaube [ist] eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht" (Hebräer 11,1).

Gott verheißt eine bessere Belohnung (Hebräer 11,40) für all jene, die ihr Leben der Suche nach dem Reich Gottes verschreiben (Matthäus 6,33). Obwohl dieses Leben seine angenehmen Phasen haben kann, stellte Paulus diese Annehmlichkeiten in die richtige Perspektive: "Ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn" (Philipper 3,8).

Gott verspricht uns die Auferstehung zum ewigen Leben. In der Zwischenzeit wird er uns trösten, wenn wir schmerzliche Opfer bringen müssen, weil wir ihm dienen (2. Korinther 1,3-5). Es hilft uns, lebendigen Glauben zu entwickeln, wenn wir eine klare Vision von der glorreichen Zukunft behalten und uns an Gottes Verheißung des Trostes erinnern. Gott verspricht nämlich, diejenigen zu belohnen, die ihm im Glauben dienen (Hebräer 11,6).

Die Berufung zur Erkenntnis über das Reich Gottes und zum Glauben an diese herrliche Zukunft ist von unschätzbarem Wert. Es ist eine klare Lehre der Heiligen Schrift, dass nicht jeder in diesem Zeitalter dazu berufen ist, diese Erkenntnis zu erhalten (Lukas 8,10). Seien wir Gott dankbar, dass er sie uns offenbart hat!

Paul Kieffer



Gedanken für den Tag – 05.08.2020

Schritt für Schritt kommt man ans Ziel

Viele von uns standen einmal vor einer schwierigen Situation und haben sich angesichts der Schwierigkeiten, die so oft zum Leben gehören, den einfachen aber tiefsinnigen Satz gesagt: "Schritt für Schritt kommt man ans Ziel."

Dieser Satz enthält eine gute Botschaft, eine starkes Konzept, eine wichtige Ermutigung!

Das bevorstehende Laubhüttenfest drückt symbolisch unsere Sehnsucht nach dem Reich Gottes auf Erden aus. Wenn wir jedoch Schwierigkeiten erleben, schauen wir auch dann auf den "Berg des Herrn", oder schauen wir auf die Schwierigkeiten, die bis dahin zu bewältigen sind?

Vielleicht hilft uns das Verständnis, welches Elia von Gott erhalten hatte. Die wahre Stärke lag nicht in einem Erdbeben, Wind oder Feuer, sondern in einer "ruhigen, kleinen Stimme", die ihn persönlich herausforderte: "Was tust du hier?" Elia hatte die Hoffnung verloren, war in eine Höhle gekrochen und redete ständig vor sich hin, was er getan hatte, statt sich darauf zu konzentrieren, was Gott noch mit ihm vorhatte (1. Könige 19,11-15).

In problematischen Zeiten können wir uns die Frage stellen: "Was tue ich hier?" Worum geht es wirklich? Gott arbeitet mit uns sozusagen von innen heraus, nicht von außen nach innen. Ein Ziel, ein richtiges Ziel – das Ziel des Reiches Gottes – wird uns Wurzeln sowie Flügel geben. Wurzeln, um uns in schwierigen Zeiten zu festigen; Flügel, um uns zu neuen Horizonten zu tragen. Das Ziel muss aber zu einem Teil unseres Lebens werden bzw. geworden sein. Die Geschichte vom Reich Gottes muss größer als unsere eigene Geschichte sein und tief in uns wohnen.

Wir sollen uns darüber im Klaren sein, wer wir sind — die von Gott Berufenen! Wir sollen uns darüber im Klaren sein, welches Lebensziel wir haben — den Eingang in das Reich Gottes —, und diesem Ziel sollen wir konsequent nachgehen, ganz gleich was auf uns zukommt.

Ja, Schritt für Schritt kommen wir ans Ziel. Unsere Sehnsucht nach dem Reich Gottes drückt sich nicht nur durch das Laubhüttenfest aus, sondern auch durch einen anderen kurzen Satz, der Teil unseres täglichen Gebets sein soll: "Dein Reich komme!"

Paul Kieffer



Gedanken für den Tag – 15.07.2020

Perspektivlos wegen Müdigkeit?

Wenn wir müde sind, befindet sich unser Körper und Geist häufig in einem Zustand, dass wir uns kaum noch daran erinnern können, was unser Herz beflügelt. Wie wäre es als Gegenmittel, ein einfaches, zweiteiliges "Dankbarkeitstagebuch" zu führen? Das Tagebuch kann man in zwei Teile einteilen, Teil A und Teil B.

Teil A konzentriert sich darauf, sich jeden Tag die Zeit zu nehmen, um selbst den scheinbar einfachsten Segen, der von oben kommt, zu identifizieren, und ihn in einem Satz niederzuschreiben, der mit "Heute bin ich dankbar für . . ." beginnt.

Trotz der körperlichen Herausforderung, sowohl blind als auch taub zu sein, hat Helen Keller das Prinzip hier offensichtlich verstanden, indem sie es so formulierte: "Ich danke Gott für meine Behinderungen, denn durch sie habe ich zu mir selbst, zu meiner Arbeit und zu meinem Gott gefunden."

Psalm 118, Vers 1 sagt: "Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich." Diese Aussage König Davids wird in den Psalmen mehrfach wiederholt. Dieses konzentrierte Dankbarkeitsprinzip muss also auch bei ihm gut funktioniert haben.

Teil B im Tagebuch kann diesen Titel haben: "Notizen zur Schöpfung". Hier geht es vor allem darum, sich Zeit zu nehmen, um darüber zu meditieren und sich auf das einzustimmen, was wir um uns herum sehen — um gezielt Elemente von Gottes Schöpfung zu identifizieren, die wir so oft als selbstverständlich ansehen, und ihn dafür zu loben.

Teil A ist eine Übung für Dankbarkeit, und man wird schnell lernen, dass Dankbarkeit ein starkes Heilmittel für Müdigkeit ist. Teil B füllt unseren Verstand mit Ehrfurcht vor unserem großen Gott, der seine Schöpfung so geplant hat, dass sie sowohl atemberaubende Schönheit als auch erstaunliche Details enthält, einschließlich unseres menschlichen Körperbaus.

Die Konzentration auf Gottes Schöpfung und den Schöpfer kann sogar unsere Perspektive über uns selbst verändern. Ist es nicht interessant, dass Gott in Hiob, Kapitel 37-39 ganze 95 Verse damit verbringt, Hiob in der Zeit seines tiefsten Leidens über seine Schöpfung zu unterrichten?

Es ist auch offensichtlich, dass dieses Werkzeug von König David benutzt wurde, einem Mann, der Verlust, Ängste, Einsamkeit, Familienprobleme und Beziehungsprobleme erlitt. Psalm 104 ist ein schönes Beispiel dafür und eine inspirierende Passage, die immer wieder gelesen werden sollte. David schrieb viele Psalmen, in denen er über Gott und seine Schöpfung meditierte, sie lobte und anerkannte, oft während oder nach seinen schwierigsten Prüfungen. "Pracht und Glanz deiner Hoheit und die Kunde deiner Wunder will ich bedenken" (Psalm 145,5; Zürcher Bibel).

Was halten Sie von dem Vorschlag, ein solches Tagebuch zu führen?

Paul Kieffer



Gedanken für den Tag – 08.07.2020

Der Versöhnungsprozess

Jeder macht Fehler. Jeder liegt mal daneben. Das gehört zum Menschsein. Wenn wir einen bedeutenden Fehler in unserem Verhalten feststellen, brauchen wir die Vergebung anderer Menschen. Dies trifft besonders in der christlichen Gemeinschaft zu. Vergebung zu suchen und zu erhalten ist eine Realität des christlichen Lebens. Wenn andere uns um Vergebung bitten, sind wir verpflichtet, ihrer Bitte nachzukommen.

Wie sieht es jedoch aus, wenn wir der Bittende sind? Welche Verantwortung haben wir, um die Vergebung der anderen zu erleichtern? Sollen wir etwas tun?

Versöhnung ist ein Prozess, an dem beide Parteien beteiligt sind. Im Laufe der Jahre scheinen wir unsere Aufmerksamkeit hauptsächlich nur auf eine der beiden Parteien konzentriert zu haben.

Wenn unser Verhalten einer zwischenmenschlichen Beziehung geschadet hat, sollen wir als Christen an der Behebung des Schadens arbeiten wollen. Dabei geht es darum, die Beständigkeit der zur Vermeidung von zukünftigen Fehlern notwendigen Veränderung zu demonstrieren. Diejenigen, die wir mit unserem falschen Verhalten verletzt haben, brauchen die Vergewisserung, dass wir sie nicht wieder verletzen werden. Das schaffen wir nur, wenn wir über längere Zeit gute Früchte bringen und damit zeigen, dass wir unsere Lektion gelernt haben und dass eine nachhaltige Veränderung in unserer Lebensführung eingetreten ist.

Wenn wir andere Menschen verletzt haben, wird es Zeit brauchen, bevor sie uns wieder vertrauen können. Das dürfen wir nicht vergessen. Wahrscheinlich wollen sie uns vertrauen, aber Zeit ist für das Heilen der Wunde notwendig, damit die Versöhnung ihren Lauf nehmen kann. Nochmals: Versöhnung ist ein Prozess, den man nicht im Schnellverfahren oder durch Drücken einer schnellen Vorlauftaste beschleunigen kann.

Vergebung soll ein Wahrzeichen der Kirche Gottes sein. Wir alle brauchen die Vergebung unseres himmlischen Vaters. Außerdem kann es durch eigene Fehler vorkommen, dass wir die Vergebung anderer Christen brauchen. Bedenken wir dabei, dass Vergebung "geschenkt" wird. Nur dann ist der Prozess der Versöhnung abgeschlossen.

Paul Kieffer



Gedanken für den Tag – 01.07.2020

Sprüche für Sorgenkinder

Im Vorfeld der Angriffe auf ihre Städte während des Zweiten Weltkriegs hat die britische Regierung drei Plakate mit Botschaften herausgegeben und ausgestellt, um die Moral der Zivilbevölkerung zu stärken und sie mental vorzubereiten. Eines davon, "Ruhe bewahren und weitermachen" ["Keep calm and carry on"], ist im Laufe der Jahre zu einem beliebten Spruch geworden, weil seine Botschaft weit über die ursprüngliche Absicht hinaus anwendbar ist. Wer erlebt denn nie eine Situation oder Lebenslage, die ihm Kummer bereitet?

In ähnlicher Weise hat eine Zeile aus der Antrittsrede von Präsident Franklin Roosevelt 1933 an eine Nation, die in der wirtschaftlichen Angst vor der Großen Depression gelähmt war, ihre ursprüngliche Bedeutung behalten: "Das einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Angst selbst." Roosevelts Spruch hat gemeinhin mit Angst, Sorgen und Kummer zu tun.

Was meinen Sie, beinhalten diese Sprüche ein Fünkchen Wahrheit?

"Ein in Angst gelebtes Leben ist ein halb gelebtes Leben", erklärt ein Schauspieler in dem australischen Film "Strictly Ballroom" von 1992.

Steven Spielbergs "Bridge of Spies — Der Unterhändler" wiederholt Variationen dieses klugen Austauschs zwischen den Hauptdarstellern: "Machst du dir keine Sorgen?" Und die Entgegnung: "Würde das helfen?"

Und ergänzend zum Zitat aus dem Spielberg-Film: "Die Angst ist wie ein Schaukelstuhl: Sie gibt dir etwas zu tun, bringt dich aber nie weiter", meinte die amerikanische Humoristin Erma Bombeck.

Eine wissenschaftliche Perspektive haben wir von der Physikerin Marie Curie: "Nichts im Leben ist zu fürchten, es ist nur zu verstehen. Jetzt ist es an der Zeit, mehr zu verstehen, damit wir weniger Angst haben."

Und die Haushaltshilfe in einer amerikanische Fernsehserie aus den 1970er Jahren hatte wohl recht, als sie meinte: ""Es könnte immer alles besser sein, aber es könnte auch immer alles schlechter sein."

Bei diesen Sprüchen kann man schmunzeln oder nickend zustimmen. Ein noch wichtiger Spruch für uns als all diese ist jedoch um fast 2000 Jahre älter:

"Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus" (Philipper 4,6-7).

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 29.06.2020

In welche Richtung steuern unsere Gedanken

Wie würden wir reagieren, wenn andere Menschen unsere Gedanken lesen könnten? Zum Glück ist das nicht möglich, sonst wären wir vielleicht den Tränen nahe! Vor Gott können wir unsere Gedanken jedoch nicht verbergen, ob wir uns nun an ihn wenden oder nicht: "Denn der Herr erforscht alle Herzen und weiß um jeden geheimen Gedanken" (1. Chronik 28,9, Menge-Bibel).

Unsere Gedanken spiegeln das wider, wie wir als Menschen wirklich sind. Jesus bestätigte dies, als er zum gleichen Problem Stellung nahm, dass aus dem Herzen arge Gedanken kommen (Matthäus 15,19).

Vor unserer Berufung waren wir alle fleischlich eingestellt: "Denn die da fleischlich sind [das ist jeder, der nicht bekehrt ist], die sind fleischlich gesinnt" (Römer 8,5). In seinem Brief an die Philipper nennt der Apostel Paulus diejenigen, die fleischlich sind, "irdisch gesinnt" (Philipper 3,19).

Wir werden zwar auf einmal bei der Taufe, dem anschließenden Auflegen der Hände und dem Empfang des heiligen Geistes sozusagen augenblicklich bekehrt, aber die Bekehrung ist auch ein Prozess. Sie ist ein Vorgang, der bis zum Ende unseres Lebens andauert und bei dem sich unser Herz und unser Verstand ändern. Dieser Prozess hat zur Folge, dass eine Änderung unserer Gedanken eintritt, die unseren Verstand füllen. So werden wir mit der Zeit Jesus Christus immer ähnlicher.

Durch den Propheten Jesaja stellt Gott die Gedanken des Sünders seinen Gedanken gegenüber: "Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn ... Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege ... sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken" (Jesaja 55,7-9).

Da wir als Berufene jedoch nach und nach immer "bekehrter" bzw. Gott ähnlicher werden, denken wir mehr darüber nach – wir meditieren –, was Gott gefällt. Mit der Zeit denken wir weniger "fleischlich". Wir verabschieden uns immer mehr von unserem früheren Denken und füllen unser Herz mit göttlichen Gedanken.

Nun zur Bestandsaufnahme: Nehmen wir an uns wahr, dass dieser Prozess stattfindet? :-)

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 24.06.2020

Gottes Allgegenwart

Seit Beginn der Geschichte hat der Mensch die Schönheit, die Ordnung und die systematische Planung bestaunt, die die gesamte Schöpfung aufweist, vom kleinsten Atom bis zur größten Galaxie. Die speziellen Fähigkeiten und Charakteristiken der Lebewesen versetzen uns immer wieder in Erstaunen.

Angefangen mit der bemerkenswerten Metamorphose eines Schmetterlings bis zum unglaublichen "Ortungssinn" der Zugvögel, wimmelt unsere Erde geradezu von unzähligen Millionen erstaunlicher Geschöpfe, jedes mit den ihm eigenen komplexen Verhaltensformen. Es ist in der Tat so, je mehr die wissenschaftliche Forschung aufdeckt, um so staunenswerter erscheint das Leben.

Die Zweckmäßigkeit der Natur ist so wunderbar, dass die augenfälligen Beweise für einen Meisterbildhauer und Schöpfer überwältigend sind. Was zeigt das uns? Es zeigt uns, dass Gott allgegenwärtig ist! Er ist tatsächlich überall präsent durch seinen Geist.

Er weiß alles über uns, wie Jesus es in bildlicher Sprache klarmachte: "Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge" (Matthäus 10,29-31). Es gibt Millionen Sperlinge auf unserer Erde, und Gott weiß Bescheid um einen jeden dieser kleinen Vögel. Ihm entgeht nicht einmal, wenn ein Sperling vom Dach fällt!

Deshalb sind Jesu Aussagen wie diese keine bloße Floskel: "In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden" (Johannes 16,33).

Paul Kieffer


Gedanken für den Tag – 22.06.2020

Unser geistlicher Zustand

Können Christen sich geistlich gesund wähnen, obwohl sie in Wirklichkeit krank sind? Ja, das kann auf jeden Fall vorkommen. Das war anscheinend die Situation einst in einer ganzen Gemeinde!

In dem letzten der sieben Sendschreiben an die Gemeinden in Kleinasien tadelte Jesus die Laodizäer, die meinten: "Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!" (Offenbarung 3,17). Die Laodizäer hielten den Sabbat und die Feste Gottes und erweckten äußerlich den Eindruck, ihnen würde nichts fehlen.

Da sie aber Gott nicht wirklich nahe waren, konnten sie ihren wahren geistlichen Zustand nicht erkennen. Sie werden aber wohl gemeint haben, dass bei ihnen alles in Ordnung war.

Deshalb hielt Jesus ihnen vor: "Du ... weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das im Feuer geläutert ist, damit du reich werdest, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest. Welche ich lieb habe, die weise ich zurecht und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße!" (Offenbarung 3,17-19).

Jesus forderte die Laodizäer zur Reue auf. Seine Worte erinnern uns an das Gleichnis von den zehn Jungfrauen: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron" (Offenbarung 3,17-21).

Die Ereignisse seit Januar zeigen uns, dass das Weltgeschehen voranschreitet. Die Frage, die sich die zehn Jungfrauen im Gleichnis von Jesus Christus (Matthäus 25) hätten stellen sollen, ist dieselbe, die wir uns stellen sollen: Wie hell leuchten unsere Lampen?

Paul Kieffer


Gott baut ein Haus

Gott baut ein Haus, das lebt;
wir selber sind die Steine,
sind große und auch kleine,
du, ich und jeder Christ.

Gott baut ein Haus, das lebt
aus ganz, ganz vielen Leuten,
die in verschiednen Zeiten
hörten von Jesus Christ.

Gott baut ein Haus, das lebt;
er sucht in allen Ländern
die Menschen zu verändern,
wie’s dafür passend ist.

Gott baut ein Haus, das lebt.
Er selbst weist dir die Stelle
in Ecke, Mauer, Schwelle,
da, wo du nötig bist.

Gott baut ein Haus, das lebt;
er gibt dir auch das Können,
lässt dir den Auftrag nennen,
damit du nützlich bist.

Gott baut ein Haus, das lebt.
Wir kennen seinen Namen
und wissen auch zusammen,
dass es die Kirche ist.

Waltraut Osterlad

Online - Bibel
Internet: Vergleich von Bibel­übersetzungen

Wer verschiedene Bibelübersetzungen miteinander vergleichen will, muß nicht mehr vier dicke Bücher über den Schreibtisch verteilen. Lutherbibel, Elberfelder Bibel, Hoffnung für alle und Gute Nachricht sind im Internet jeweils in der neuesten Version auf einer Homepage zu finden: http://www.bibleserver.com.

Die Webseite ermöglicht den kostenlosen Zugriff auf alle 100.000 Bibelverse mit rund 3.000 Fußnoten. Projektleiter Jörg Dechert erläutert: "Die Online-Bibel ist sowohl für den Laien, der nur schnell einen Bibelvers nachschlagen will, als auch für den Pastor interessant, der bei der Predigtvorbereitung intensiv die Volltextsuche oder den Übersetzungsvergleich nutzt." Möglich ist auch die Verwaltung eigener Notizen sowie deren Austausch mit anderen Benutzern.

-- aus FAMILY (Das christliche Magazin für Partnerschaft und Familie)