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Das Wort zum Sabbat – Archiv

– Artikel vom 30.05.2026 –

Gut aufgepasst!

Dem oftmals nasskalten Winter in Großbritannien für ein paar Wochen zu entfliehen ist ein wahrer Genuss für diejenigen, die es erleben. So war es für die Familie Smith im Jahr 2004, als sie Ende Dezember ihren ersten Winterurlaub im Ausland erlebt.

Der Himmel ist klar, der Sand am Strand ist warm, viele Familien genießen das ebenfalls warme Wasser. Der Mai Kaho Beach in Phuket, Thailand sieht wie ein kleines Paradies aus.

Tilly Smith, zehn Jahre alt, gehört mit ihrer kleinen Schwester und ihren Eltern zu den Familien, die diese Badeidylle am Morgen des 26. Dezember genießen.

Als Tilly mit ihrer Familie am Strand spaziert, fällt ihr etwas Komisches auf. Das Meereswasser kam ihr nicht normal vor. Es fehlten die üblichen Wellen, die sich am Strand brachen, kurz verharrten und dann mit einem leisen Zischen wieder zurückzogen. Stattdessen schob sich das Wasser einfach nur ans Ufer und blieb dort. Außerdem schäumte das Wasser, es sprudelte irgendwie. „Wie Bier“, sagt Tilly später. „Es hat irgendwie gezischt.“

Andere Kinder hätten das Wasser in diesem Zustand interessant gefunden. Tilly hingegen nicht. Es ist 10.00 Uhr und sie fängt an zu schreien: „Weg, wir müssen sofort weg, es kommt ein Tsunami!“

Ihr Vater schaut sie verwirrt an. Die Sonne scheint, die Luft ist ruhig, es sieht wie ein wunderbarer, sonniger Vormittag aus. Tilly sagt, dass sie den Strand verlassen wird, auch wenn ihre Eltern bleiben. Ein japanischer Tourist hört das Wort „Ttsunami“ und sagt zu Tillys Vater, dass etwas dran sein könnte, denn er hatte gehört, dass es ein großes Erdbeben gegeben hat.

Mit diesem Kommentar glaubt Herr Smith seiner Tochter. Das Personal des Hotels am Strand wird informiert und innerhalb von Minuten werden alle Gäste aufgefordert, den Strand sofort zu verlassen. Einige zögern, weil sie keine Gefahr sehen. Aber das Personal besteht darauf und der Strand wird geräumt. Die Familie Smith erreicht die zweite Etage des Hotels, Sekunden später erreicht die volle Wut des tödlichen Tsunamis des 26. Dezember 2004 den Strand.

Das Seebeben an diesem Tag im Indischen Ozean – mit einer Stärke von 9,1 – löste einen der tödlichsten Tsunamis der Geschichte aus. Die Wellen bewegten sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 km/h über den Indischen Ozean. An einigen Stellen erreichten sie eine Höhe von über 30 Metern. In 14 Ländern kamen etwa 230.000 Menschen ums Leben.

In Phuket, Thailand starben Tausende. Doch am Mai Khao Beach – dem Strandabschnitt, an dem Tilly sich mit ihrer Familie aufhielt – kam niemand ums Leben. Rund 100 Menschen waren rechtzeitig evakuiert worden.

Nach der Katastrophe wurde Tilly Smith als „Engel des Strandes“ bekannt. Sie erhielt Auszeichnungen, hielt eine Rede vor den Vereinten Nationen und traf sich mit führenden Politikern aus aller Welt. Ihr Vater denkt noch immer an diesen Moment zurück. „Hätte sie uns nichts gesagt, wären wir einfach weitergegangen“, sagte er. „Ich bin überzeugt, dass wir gestorben wären.“

Doch sie wies den Verdienst stets anderen zu. Warum? Zwei Wochen vor ihrem Urlaub hielt ihr Geografielehrer, Andrew Kearney, eine Unterrichtsstunde über Tsunamis. Er zeigte Aufnahmen vom Tsunami auf Hawaii im Jahr 1946. Er erklärte die Warnzeichen: Das Meer zieht sich ungewöhnlich weit vom Ufer zurück, das Wasser brodelt und schäumt, das Meer verhält sich unnatürlich. „Wenn ihr jemals diese Anzeichen seht“, sagte er zur Klasse, „verlasst sofort den Strand.“

Es war eine einzige Unterrichtsstunde im Geografieunterricht. „Ohne Herrn Kearney“, sagte Tilly Smith, „wäre ich wahrscheinlich tot – und meine Familie auch.“ Doch Tilly hat gut aufgepasst, das muss man ihr hoch anrechnen.

Fazit: Wenn wir unseren Lehrern Aufmerksamkeit schenken, kann uns das das Leben retten.

„Hört auf die Leiter eurer Gemeinden und ordnet euch ihnen unter. Sie müssen einmal Rechenschaft über euch ablegen, denn sie sind für euch verantwortlich. Macht ihnen das nicht zu schwer; sie sollen doch ihre Aufgabe mit Freude tun und sie nicht als eine bedrückende Last empfinden. Dies würde euch nur selbst schaden“ (Hebräer 13,17; „Hoffnung für alle“-Bibel).

In diesem Sinn wünsche ich uns allen einen gesegneten Sabbat.

Paul Kieffer

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